Schwarzer Tee

Martin Keller
Geschrieben von: Martin Keller
Teesorten- & Herkunftsspezialist
Zuletzt aktualisiert: 15. Januar 2026 · 00:00 CET

Schwarzer Tee entsteht durch vollständige Oxidation der Teeblätter der Camellia sinensis. Dieser Prozess verleiht ihm seinen kräftigen Geschmack und die charakteristische dunkle Farbe. Schwarzer Tee enthält Koffein und wird weltweit am häufigsten konsumiert.

Schwarzer Tee – Herkunft, Sorten und Tradition

Schwarzer Tee ist die weltweit am meisten konsumierte Teesorte. Er wird aus denselben Blättern der Teepflanze Camellia sinensis hergestellt wie grüner Tee, durchläuft jedoch einen vollständigen Oxidationsprozess. Dieser verleiht ihm seine dunkle Farbe, den kräftigen Geschmack und das charakteristische Aroma.

Die wichtigsten Anbaugebiete für schwarzen Tee liegen in Indien (Assam, Darjeeling), Sri Lanka (Ceylon), China und Ostafrika. Jede Region bringt Tees mit eigenem Charakter hervor: von malzig-kräftigen Assam-Tees über fein-blumige Darjeelings bis zu herb-frischen Ceylon-Sorten.

Schwarzer Tee enthält Koffein und wird traditionell morgens oder am Nachmittag getrunken. In vielen Kulturen hat sich eine eigene Teekultur entwickelt – von der britischen Afternoon Tea-Tradition über die ostfriesische Teezeremonie bis zum russischen Samowar.

Beliebte Schwarztee-Sorten

Assam aus Nordostindien ist bekannt für seinen kräftig-malzigen Geschmack und bildet die Basis vieler Frühstücksmischungen.

Darjeeling aus dem Himalaya wird als „Champagner unter den Tees" bezeichnet und besticht mit feinem, blumigem Aroma.

Earl Grey ist ein aromatisierter Klassiker mit dem charakteristischen Bergamotte-Duft.

Ceylon aus Sri Lanka überzeugt mit seinem frisch-herben Charakter und der goldenen Tassenfarbe.

Ostfriesentee ist eine kräftige Mischung, die traditionell mit Kluntje und Sahne genossen wird.

Zubereitung und Genuss

Schwarzer Tee wird mit kochendem Wasser (95-100°C) aufgegossen. Die Ziehzeit beträgt je nach gewünschter Stärke 3-5 Minuten. Eine kürzere Ziehzeit ergibt einen milderen, eine längere einen kräftigeren und herb-bitteren Geschmack.

Schwarzer Tee kann pur oder mit Milch, Zucker, Honig oder Zitrone genossen werden. In Großbritannien ist Tee mit Milch Standard, während in Ostfriesland Sahne und Kandiszucker verwendet werden. Mehr zur richtigen Teezubereitung findest du im Ratgeber.

Qualität erkennen

Qualitätsmerkmale bei schwarzem Tee sind gleichmäßige, ungebrochene Blätter und ein frisches, nicht muffiges Aroma. Die Bezeichnungen FTGFOP, SFTGFOP etc. geben Auskunft über die Blattqualität – je mehr Buchstaben, desto feiner die Pflückung.

Bei Darjeeling-Tees bezeichnet die Pflückung die Jahreszeit: First Flush (März-April) ist leicht und blumig, Second Flush (Mai-Juni) kräftiger und vollmundiger. Autumn Flush (Oktober-November) bietet ein rundes, mildes Aroma.

Häufige Fragen zu Schwarzem Tee

Wie viel Koffein enthält schwarzer Tee?

Eine Tasse schwarzer Tee enthält etwa 40-70 mg Koffein – weniger als Kaffee (ca. 90-100 mg), aber mehr als grüner Tee.

Kann man schwarzen Tee am Abend trinken?

Aufgrund des Koffeingehalts empfiehlt es sich, schwarzen Tee nicht spät abends zu trinken. Als koffeinfreie Alternative eignen sich Kräutertees.

Was bedeuten die Buchstaben bei Schwarztee-Qualitäten?

Bezeichnungen wie FTGFOP stehen für „Fine Tippy Golden Flowery Orange Pekoe" und beschreiben die Blattqualität. Mehr Buchstaben bedeuten feinere Qualität.

Wie lagert man schwarzen Tee richtig?

Schwarzer Tee sollte kühl, trocken und lichtgeschützt in einer luftdichten Dose aufbewahrt werden. So bleibt das Aroma bis zu zwei Jahre erhalten.

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