Gyokuro: Japans kostbarster Schattentee
Gyokuro, übersetzt "Juwelentau", gilt als der edelste unter den japanischen Grüntees. Seine Besonderheit liegt im aufwendigen Beschattungsverfahren: Die Teepflanzen werden etwa drei Wochen vor der Ernte mit Matten oder Netzen bedeckt, was dem Tee seinen charakteristisch süßen, umami-reichen Geschmack verleiht.
Das Geheimnis der Beschattung
Durch die Beschattung wird die Photosynthese reduziert, was dazu führt, dass die Teeblätter mehr Chlorophyll und L-Theanin produzieren. Das Ergebnis ist ein Tee mit tiefgrüner Farbe, weniger Bitterstoffen und einem ausgeprägten süßen Umami-Geschmack, der an Meeresalgen oder frisches Gras erinnert.
Im Vergleich zu Sencha, der in voller Sonne wächst, ist Gyokuro deutlich milder und süßer, aber auch wesentlich teurer aufgrund des aufwendigen Anbaus.
Geschmack & Aroma
Gyokuro überrascht mit seinem einzigartigen Geschmacksprofil. Die erste Tasse entfaltet intensive Umami-Noten, gefolgt von einer natürlichen Süße. Die Textur ist samtig und vollmundig, der Nachgeschmack lang und angenehm.
- Intensives Umami mit natürlicher Süße
- Aromen von Meeresalgen und frischem Gras
- Samtige, vollmundige Textur
- Kaum Bitterkeit bei richtiger Zubereitung
Zubereitung
Gyokuro erfordert eine besonders schonende Zubereitung mit niedriger Temperatur und längerer Ziehzeit. Nur so entfaltet sich sein volles Aroma ohne unerwünschte Bitternoten.
Empfohlene Zubereitung:
- Menge: 4-5g pro 50-60ml Wasser
- Temperatur: 50-60°C (deutlich kühler als Sencha)
- Ziehzeit: 90-120 Sekunden
- Aufgüsse: 3-4 Aufgüsse möglich
Weitere Tipps zur Grüntee-Zubereitung findest du in unserem Temperatur-Ratgeber.
Häufige Fragen
Warum ist Gyokuro so teuer?
Der aufwendige Beschattungsprozess, die Handpflückung und die begrenzte Produktion machen Gyokuro zum teuersten japanischen Grüntee.
Wie unterscheidet sich Gyokuro von Matcha?
Beide werden beschattet, aber Matchawird zu Pulver gemahlen, während Gyokuro als ganzes Blatt aufgegossen wird.